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Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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Stand: Juli 2009

 

Das Projekt finanziell fit ist ein Bildungsangebot für junge Erwerbslose unter 25 Jahren. Arbeitslosigkeit ist eine Hauptursache für die Entstehung von Überschuldung. Sekundäre Überschuldungsprävention zielt neben der wirtschaftlichen und sozialen Stabilisierung auf die Förderung persönlicher Planungs­kompetenzen und der Fähigkeit zur Bewältigung existenzieller Lebenskrisen.

Mai 2006: Projektmitarbeiter Elmar Deckert hat auf der Jahresfachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung das Projekt Finanziell fit und Finanziell fit für Familie vorgestellt.

Projektinhalte

Das Curriculum setzt sich aus vier thematisch unterschiedlichen Modulen zusammen. Die Module eins bis drei bestehen aus jeweils vier zweistündigen Veranstaltungen, Modul vier findet als Blockveranstaltung an einem Tag (achtstündig) statt. Parallel zu den Präventionsveranstaltungen werden ab Oktober 2005 auch Multiplikatorenschulungen angeboten.

Modul 1: Entwicklung wirtschaftlicher Planungskompetenz

Veranstaltung 1: Haushalt, Wohnung, Kfz, Handy und Konsum
Veranstaltung 2: Wunschberuf, Einkommen, Versicherung und Haushaltsplanung

Das Modul setzt sich zunächst mit den Zukunfts- und Konsumwünschen der TeilnehmerInnen auseinander. Auf dieser Grundlage wird eine Musterperson, die die Wünsche und Zukunftserwartungen der TeilnehmerInnen widerspiegelt, konstruiert. Ausgehend von den Konsumwünschen wird der Finanzbedarf für die (teilweise) Realisierung dieser und der notwendige Finanzbedarf zur Deckung des Lebensunterhalts (Miete, Nebenkosten, Lebenshaltung, usw.) ermittelt. Nachdem die Ausgabenseite des Musterhaushalts visualisiert wurde, wird nun die Notwendigkeit der Einkommenserzielung und somit der Aus-, Fort- und Weiterbildung thematisiert. In einem abschließenden Arbeitsschritt werden Ausgaben und Einnahmen des Musterhaushalts einander gegenübergestellt und damit das Erfordernis der Haushalts- und Budgetplanung für die Teilnehmer ersichtlich und diese gemeinsam beispielhaft erprobt. Abschließend steht das Thema Versicherung (das schon zu den Inhalten des zweiten Moduls zählt) im Mittelpunkt. Hier werden Formen, Nutzen, Kosten verschiedener Versicherungsarten erarbeitet und verglichen.

Modul 2: Finanzkompetenz

Veranstaltung 1: Girokonto und Kontoführung; Sparen und Geldanlage
Veranstaltung 2: Kredit

Im Mittelpunkt der ersten Veranstaltung stehen Sinn und Zweck eines Girokontos, Kenntnisse über Kosten der Kontoführung, Onlinebanking und Kontokorrentkredite. Die beiden folgenden Veranstaltungen beschäftigen sich mit den Themen Sparformen und Geldanlagen, Formen und Kosten sowie Sinn und Zweck von Krediten. Die TeilnehmerInnen erarbeiten gemeinsam Kompetenzen, die sie dazu befähigen verschiedene Kreditangebote zu vergleichen, zu bewerten und gegebenenfalls sinnvoll in ihrer individuellen Lebensplanung einzusetzen. Ein weiteres Element beider Veranstaltungen ist die Vermittlung von Kenntnissen des Zinsrechnens.

Modul 3: Entwicklung persönlicher Krisenbewältigungskompetenz

Veranstaltung 1: Höhen und Tiefen
Veranstaltung 2: Hilfe und Unterstützung

Aufbauend auf den individuellen Zukunftsplänen der TeilnehmerInnen des ersten Moduls werden mögliche Risiken und Lebenskrisen wie Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung usw. herausgearbeitet. Anschließend werden die Folgen dieser Lebenskrisen an Fallbeispielen konkretisiert. Im Mittelpunkt der zweiten Veranstaltung steht zum einen die Vertiefung des erworbenen Verbraucherwissens in Hinblick auf Bürgschaften, Inkasso, Mahnverfahren usw. und zum anderen die Erarbeitung von Kenntnissen und Kompetenzen zur Bewältigung persönlicher Lebenskrisen sowie eines reflektierten Krisenmanagements.

Im Rahmen der dritten Veranstaltung findet ein Besuch einer Schuldnerberatungsstelle statt. Durch den Besuch werden eventuelle Schwellenängste einer Inanspruchnahme der Hilfe der Schuldnerberatung abgebaut, die Arbeit der Schuldnerberatung vorgestellt sowie Auswege aus der Überschuldung bzw. Privatinsolvenz aufgezeigt. In der letzten Veranstaltung reflektieren die TeilnehmerInnen auf der Grundlage der mit den in diesem Modul erworbenen Sachkenntnissen und Fähigkeiten das eigene Konsumverhalten und die individuelle Lebensplanung.

Modul 4: Abschlusstag „Zukunftsplanung“

An diesem Tag erfolgt eine Reflexion der behandelten Themen im Hinblick auf die eigene Zukunftsplanung der jungen Erwachsenen. Hierzu gehört auch eine ausführliche Reflexion und Bewertung des Seminarverlaufes durch die Teilnehmenden. Der Tag endet mit dem gemeinsamen Besuch einer Schuldnerberatungsstelle.

 

Ergebnisse einer Evaluation der „Fambi“-Schulungen finden Sie hier.

 

 

Finanziell fit wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz gefördert.

Bild ohne Titel

 
Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 26.05.2010
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